„Jugendliche in Fremdunterbringung: Problembelastung,
Identitätsentwicklung & Beziehungsgestaltung“
Methode:
Online-Befragung und ggf. Datenerhebung am Lehrstuhl mit Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, die in unterschiedlichen familiären Kontexten aufwachsen
Drittmittel-Finanzierung:
Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie
Projektleitung:
Dr. Sandra Gabler
Julia Festini (M.Sc.)
Prof. Dr. Gottfried Spangler
Hintergrund des Forschungsprojekts
Kinder und Jugendliche, die in Pflegefamilien aufwachsen gelten als vulnerable Gruppe, die zahlreichen Risikofaktoren für die Entwicklung emotionaler und Verhaltensprobleme ausgesetzt ist. Der Forschungsschwerpunkt in Deutschland lag bislang allerdings auf Pflegekindern vor dem Übergang ins Erwachsenenalter, obwohl knapp die Hälfte davon im Jugendalter oder jungen Erwachsenenalter sind.
Eine große Forschungslücke besteht bezüglich der Entwicklung von Jugendlichen in Pflegefamilien während der besonders sensiblen Phase der Adoleszenz. In unserem Projekt soll untersucht werden, inwiefern sich aversive Fürsorgeerfahrungen von Jugendlichen in ihren Herkunftsfamilien und im Prozess der Fremdunterbringung auf ihre Problembelastung, Identitätsentwicklung und Beziehungsgestaltung auswirken. Im geplanten Projekt sollen 60 Jugendliche zwischen 14 und 17
Jahren teilnehmen: 30 Jugendliche aus Pflegefamilien und 30 Jugendliche, die mit ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Die Jugendlichen füllen zunächst einen Online-Fragebogen aus und kommen dann zu einem Termin an unseren Lehrstuhl, wo eine EEG-Erhebung und ein Interview über Beratungsbedarfe und den Prozess der Verselbständigung stattfinden.
Die Ziele des Projektes sind, die Auswirkungen aversiver Fürsorgeerfahrungen im Jugendalter zu erforschen und Beratungsbedarfe zu erfragen sowie Implikationen für Systemisches Arbeiten im Prozess der Verselbständigung abzuleiten.